Warum die Baubiologie immer wichtiger wird

Die Lehre des Bauens für ein gesundes Leben

Vorzeigehaus für moderne Baubiologie

In der heutigen Zeit spielen Umweltbelastungen bei der Planung und Umsetzung im Bauwesen eine immer bedeutendere Rolle. Das trägt der heutigen hoch-technisierten Zeit Rechnung, in der durch Verkehr, Kommunikationstechnik und neue Baustoffe der menschliche Organismus immer stärkeren Belastungen ausgesetzt ist.

Die moderne Baubiologie beschäftigt sich seit mehr als 30 Jahren mit den gesundheitlichen Auswirkungen von Umwelteinflüssen auf den Menschen in seiner unmittelbaren Umgebung, in Schlaf- und Wohnräumen, an Arbeitsplätzen oder auf Grundstücken.

Ganzheitlicher Standard

Das Ziel der Baubiologie ist es, durch den Einsatz geeigneter Erkenntnisse und Techniken speziell Wohnhäuser umweltfreundlich und schadstofffrei – also im besten Sinne gesund – zu bauen. Dabei steht die ganzheitliche Betrachtung im Fokus. Wechselwirkungen zwischen dem Haus, seinen Bewohnern und deren Umwelt werden hinsichtlich physikalisch-technischer, physiologischer und auch psychologischer Kriterien untersucht.

Diese Untersuchungen erfolgen gemäß dem Standard der baubiologischen Messtechnik (SBM), der heute bereits als Maßstab für professionelle, unabhängige und ganzheitliche Messungen in Innenräumen gilt.

Er umfasst sowohl die mikrobiologischen Risikofaktoren wie Schimmelpilze oder Bakterien sowie die verschiedenen Raumgase, Schadstoffe, Partikel und Wohngifte. Darüber hinaus beinhaltet der SBM die Bauphysik und auch alle Formen von Strahlungen, Feldern und Wellen von Elektrosmog, Schall (Lärm), geologische Störungen wie Wasseradern und auch Radioaktivität.

Für die wichtigste Zeit im Leben

Die zugrunde gelegten ‚Baubiologischen Richtwerte’ beziehen sich auf die sensible und für den menschlichen Organismus extrem wichtige Entspannungs- und Schlafzeit und somit auf die damit einhergehende Langzeitbelastung des Menschen.

Der Mensch verbringt mehr als die Hälfte seiner Lebenszeit in geschlossenen Räumen. Und gerade das eigene Zuhause ist schließlich der Ort, an dem der Mensch die nötige Erholung erfahren soll.

Das ist nur möglich, wenn bereits bei der Bauplanung darauf geachtet wird, schädliche Einflüsse weitgehend zu minimieren. Die Baubiologie dient dazu, für eine gesunde, menschenwürdige, soziale und naturgemäße Wohnumwelt zu sorgen. PLATZ Haus 21 fühlt sich diesem Ziel verpflichtet.

Die 25 Grundregeln der Baubiologie

Die Baubiologie orientiert sich an feststehenden 25 Grundregeln, unterteilt in fünf Bereiche:

  1. Baustoffe und Schallschutz:
    1. Baustoffe natürlich und unverfälscht
    2. Geruchsneutral oder angenehmer Geruch ohne Abgabe von Giftstoffen
    3. Verwendung von Baustoffen mit geringer Radioaktivität
    4. Orientierung des Schall- und Vibrationsschutzes am Menschen
  2. Wohnklima
    1. Natürliche Regulierung der Raumluftfeuchte unter Verwendung feuchteausgleichender Materialien
    2. Geringe und rasch abklingende Neubaufeuchte
    3. Ausgewogenes Maß von Wärmedämmung und Wärmespeicherung
    4. Optimale Oberflächen- und Raumlufttemperaturen
    5. Gute Luftqualität durch natürlichen Luftwechsel
    6. Strahlungswärme zur Beheizung
    7. Das natürliche Strahlungsumfeld wenig verändernd
    8. Ohne Ausbreitung elektromagnetischer Felder und Funkwellen
    9. Weitgehende Reduzierung von Pilzen, Bakterien, Staub und Allergenen
  3. Umwelt, Energie und Wasser
    1. Minimierung des Energieverbrauchs unter weitgehender Nutzung regenerativer Energiequellen
    2. Baustoffe bevorzugt aus der Region, den Raubbau an knappen und risikoreichen Rohstoffen nicht fördernd
    3. Zu keinen Umweltproblemen führend
    4. Bestmögliche Trinkwasserqualität
  4. Raumgestaltung
    1. Berücksichtigung harmonikaler Maße, Proportionen und Formen
    2. Naturgemäße Licht-, Beleuchtungs- und Farbverhältnisse
    3. Anwendung physiologischer und ergonomischer Erkenntnisse zur Raumgestaltung und Einrichtung
  5. Bauplatz
    1. Bauplatz ohne natürliche und künstliche Störungen
    2. Wohnhäuser abseits von Emissions- und Lärmquellen
    3. Dezentralisierte, lockere Bauweise in durchgrünten Siedlungen
    4. Wohnung und Siedlung individuell, naturverbunden, menschenwürdig und familiengerecht
    5. Keine sozialen Folgelasten verursachend

 

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