Regel 3: Verwendung von Baustoffen mit geringer Radioaktivität
Baustoffe enthalten in der Regel eine gewisse Menge an natürlich vorkommenden radioaktiven Stoffen. Hier sind vor allem die Isotope Kalium-40 (K-40), Radium-226 (Ra-226) und Thorium-232 (Th-232) von Bedeutung. Die Tatsache, dass sich der Mensch ca. 20 Stunden am Tag in geschlossenen Räumen aufhält, macht die Bedeutung von Radioaktivität in Baustoffen deutlich. Rund 90 Prozent der Strahlenbelastung durch Baustoffe ist dabei dem Edelgas Radon und seinen radioaktives Zerfallsprodukt zuzurechnen.
Es bildet sich aus radiumhaltigen Baustoffen und gelangt über die Atemluft in den Körper. Dort wirkt es direkt auf das Lungengewebe ein. Die Ausgasung von Radon macht über die Hälfte der natürlichen Strahlenbelastung aus. Sie hängt von verschiedenen Faktoren ab. Zu betrachten sind hier der Radiumgehalt des Baumaterials, die Wandstärke, Durchlässigkeit, Herstellung, Verputz, Glasur und der Anstrich.
Vor diesem Hintergrund bedürfen vor allem die Granite einer genauen Untersuchung. Dieses magmatische Gestein besitzt unter den Naturstoffen die höchste Eigenradioaktivität und kann zu bedenklich hoher Strahlungsbelastung führen. Im Gegensatz dazu sind die Baustoffe Marmor und Holz besonders aktivitätsarm.


